In der Debatte um die Digitalisierung der Arbeitswelt spielt das Thema Recruiting eine zunehmend wichtige Rolle. Firmen gründen neue Recruiting-Abteilungen, Recruiting-Plattformen bieten ausgefeilte Dienste an und Social Media Recruiting wird zum Trend. Sind damit die Herausforderungen des Recruiting gelöst? Mitnichten! Dieser Beitrag soll drei Möglichkeiten aufzeigen, wie eine weitergehende Modernisierung und Professionalisierung des Recruiting gelingen kann.

1. Recruiting muss soziale Netzwerke besser nutzen

Das größte Recruiting-Potential befindet sich in den sozialen Netzwerken. Relativ wenige Unternehmen in Deutschland nutzen dieses Potential systematisch für die Rekrutierung ihrer Mitarbeiter. Das Startup Talentwunder hat diese Marktlücke entdeckt und das Recruiting auf den Kopf gestellt. Das System: Arbeitgeber bewerben sich bei Fachkräften. Das Ergebnis lässt sich nach den Aussagen des Gründers Andreas Dittes sehen:

Mit 1,1 Milliarden Profilen haben wir die wahrscheinlich größte Recruiting-Datenbank der Welt aufgebaut.

Einer der Vorteile dieser Software: Sie kann nicht nur geeignete Bewerber identifizieren, sondern auch wechselwillige Mitarbeiter ausfindig machen. Das Beispiel von Talentwunder offenbart das Potential, das sich in den sozialen Netzwerken befindet. Davon müssen die Unternehmen in Zukunft noch mehr Gebrauch machen.

2. Diversität als Merkmal von Recruiting

Zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland sind auf die Anforderungen einer digitalen und vielfältigen Arbeitswelt nicht adäquat vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Charta der Vielfalt in Zusammenarbeit mit Ernst & Young GmbH (EY). Darüber hinaus kommt die McKinsey-Studie “Delivering Through Diversity” zu folgendem Ergebnis: „Der Zusammenhang zwischen Vielfalt im Management und Geschäftserfolg ist real. Die Förderung von Talenten mit unterschiedlichen Hintergründen, Männer wie Frauen, unterschiedliche Ethnien und wissenschaftliche Hintergründe, ist sowohl eine Frage der Gerechtigkeit als auch eine Business-Priorität.“ Gerade im internationalen Wettbewerb wird die Diversität immer mehr zu einem entscheidenden Wettbewerbs- und Standortfaktor.

3. Recruiting-Prozesse müssen nutzerorientiert und transparent sein

Ein nutzerorientiertes und transparentes Recruiting hört sich jetzt wahrlich nicht nach einer Revolution an. Und trotzdem findet man immer wieder Beispiele von international anerkannten Unternehmen, die keine nutzerfreundlichen Recruiting-Prozesse anbieten. Dies fängt auf der Bewerbungsplattform oder der Homepage an und geht im anschließenden Bewerbungsverfahren weiter. Hierbei geht es nicht um schicke “Add-ons“, sondern schlicht und ergreifend um Nutzerfreundlichkeit.

Warum ist das wichtig? Bewerber werden zunehmend anspruchsvoller und schauen deshalb genau hin, welche Unternehmen professionell und nutzerfreundlich ihr Recruiting organisieren. Daraus ziehen sie generelle Rückschlüsse über die Arbeitsweise des Unternehmens.

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2 Kommentare

  1. Einen innovativen Ansatz haben Sie übersehen, der das Recruiting tatsächlich auf den Kopf stellt: Die digitale Bewerbung per App OHNE Lebenslauf und ohne Verknüpfung zu irgendeinem Social-Media-Profil. Das ist jetzt zum Beispiel möglich über die omnium-App. Gibts es im AppStore. Digitale Recruiting-Revolution.

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    1. Vielen Dank für den Hinweis! Spannend!

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